BUCHVORSTELLUNG und DISKUSSION „Agiler Kapitalismus“


Ein Abend zu Agilität aus gesellschaftskritischer Sicht

Mit Alina Gierspeck (Scrum Master),  Tobias Kämpf (ISF München), Susanne Steinborn (Abteilung Strategie DIE LINKE, Moderation) und Timo Daum.

Rosa-Luxemburg-Stiftung. Salon. Franz-Mehring-Platz 1. 10243 Berlin

20.Oktober 2020 19:00 Uhr

www.rosalux.de/veranstaltung


Alle müssen unternehmerisch denken und handeln, ihre Kreativität in den Dienst des Kapitals stellen und sich dabei weitgehend selbst managen. Agilität wird zur Parole des kognitiven Kapitalismus. Die formale Freiheit wird noch weiter erhöht, wir sollen alle zu CEOs unserer eigenen Arbeitskraft, zu Arbeitskraftunternehmern werden, Risiken eingehen. Was früher der Betrieb war, die Fabrik, der Chef, das Controlling, die Bilanzbuchhaltung – all das wird schön ins Innen verlegt. Die Fabrik wird abgelöst durch das Projekt, und sein Fließband ist der Backlog, der niemals endende Strom an Mikro-Aufgaben, die dringend abgearbeitet werden müssen. Auch tayloristische Methoden der Vermessung, Kontrolle und Leistungssteigerung finden sich in neuer Form in der schönen neuen Welt der kleinen Teams, parzellierten Aufgaben und regen Projekt-Kommunikation. Agile Methoden sind dabei viel subtiler als noch die Stoppuhr von Taylor und seine Entmündigung der Vermessenen. Agilität ist also so etwas wie der zeitgemäße Taylorismus für Kopfarbeiterinnen und Kopfarbeiter: Taylor heißt jetzt Agile. Sonst ändert sich nix.